Audio-Gottesdienst: Sonntag, 3. Mai 2020
Weinstock

„Bleiben und Frucht bringen“ (Joh 15, 1-8)

Audio-Gottesdienst zum Sonntag „Jubilate“, 3. Mai 2020
von Pfr. Thomas Abraham
Musik:
Johannes Blomenkamp, Orgel
Susanne Holder, Violine
Kantoreiquartett
Sprecher:
Thomas Abraham
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Glockengeläut
Vorspiel: Georg Friedrich Händel: „Allegro I“ aus der Sonate in F-Dur
Begrüßung
Lied EG 110 „Die ganze Welt, Herr Jesu Christ“

1. Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, Halleluja, Halleluja,
in deiner Urständ fröhlich ist. Halleluja, Halleluja.

2. Das himmlisch Heer im Himmel singt, Halleluja, Halleluja,
die Christenheit auf Erden klingt. Halleluja, Halleluja.

3. Jetzt grünet, was nur grünen kann, Halleluja, Halleluja,
die Bäum zu blühen fangen an. Halleluja, Halleluja.

4. Es singe jetzt die Vögel all, Halleluja, Halleluja,
jetzt singt und klingt die Nachtigall. Halleluja, Halleluja.

5. Der Sonnenschein jetzt kommt herein, Halleluja, Halleluja,
und gibt der Welt ein‘ neuen Schein. Halleluja, Halleluja.

6. Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, Halleluja, Halleluja,
in deiner Urständ fröhlich ist. Halleluja, Halleluja.

Psalm 66
Jauchzet Gott, alle Lande!
Lobsinget zur Ehre seines Namens;
rühmet ihn herrlich!
Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke!
Kommt her und sehet an die Werke Gottes,
der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.
Lobet, ihr Völker, unsern Gott,
lasst seinen Ruhm weit erschallen,
der unsre Seelen am Leben erhält
und lässt unsere Füße nicht gleiten.
Gebet
Schriftlesung: Joh 15, 1-8 (BasisBibel):

Jesus sagt:

»Ich bin der wahre Weinstock.
Mein Vater ist der Weinbauer.
Er entfernt jede Rebe an mir, die keine Frucht trägt.
Und er reinigt jede Rebe, die Frucht trägt,
damit sie noch mehr Frucht bringt.
Ihr seid schon rein geworden durch das Wort,
das ich euch verkündet habe.
Bleibt mit mir verbunden,
dann bleibe auch ich mit euch verbunden.
Eine Rebe kann aus sich selbst heraus
keine Frucht tragen.
Dazu muss sie mit dem Weinstock verbunden bleiben.
So könnt auch ihr keine Frucht tragen,
wenn ihr nicht mit mir verbunden bleibt.
Ich bin der Weinstock,
ihr seid die Reben.
Wer mit mir verbunden bleibt
so wie ich mit ihm,
bringt reiche Frucht.
Denn ohne mich könnt ihr nichts erreichen.
Wer nicht mit mir verbunden bleibt,
wird weggeworfen wie eine abgeschnittene Rebe
und vertrocknet.
Man sammelt das Abgeschnittene ein und wirft es ins Feuer,
wo die Rebe verbrennt.
Wenn ihr mit mir verbunden bleibt
und meine Worte im Innersten bewahrt, dann gilt:
Was immer ihr wollt, darum bittet –
und eure Bitte wird erfüllt werden.
Die Herrlichkeit meines Vaters wird darin sichtbar,
dass ihr viel Frucht bringt
und euch als meine Jünger erweist.«

Zwischenmusik: Cesare Galeotti: Cavatine
Predigt

Wenn ich von meinem Schreibtisch aus dem Fenster schaue,
dann sehe ich ein herzerfrischendes Grün.
Bäume und Sträucher haben ihr Blätterkleid angelegt.
Beim Radfahren genieße ich diesen Anblick.
Es ist eine wahre Pracht.
Das lässt mir das Herz aufgehen.
„Jetzt grünet, was nur grünen kann“

Im März war davon noch so gut wie nichts zu sehen.
Das wirkte ein bisschen öde – trotz der strahlenden Sonne.
Da dachte ich: „Ach wie schade,
dass da keine Blätter dran sind.
Das wäre doch viel schöner!“

Dann kamen Blüten.
Inzwischen ist üppiges Grün zu sehen.
Hätte ich im März
die kahlen Sträucher und Bäume aus der Erde gerissen,
könnte ich mich jetzt nicht an der grünen Pracht freuen.
Das Warten hat ein Ende und es hat sich gelohnt.
Mein Ächzen ist als kleinlich und dumm entlarvt.
Das Leben hat sich seinen Weg gesucht.

Jauchzt Gott, lobsingt zur Ehre seines Namens.
Sprecht zu Gott: „Wie wunderbar sind deine Werke!“.

Gott findet immer wieder einen Weg für das Leben.
Das braucht aber seine Zeit, damit es sich entfalten kann.

Jesus sagt: Ich bin der Weinstock,
ihr seid die Reben.
Wer mit mir verbunden bleibt so wie ich mit ihm,
bringt reiche Frucht.

Wer jetzt durch die Weinberge geht,
findet dort noch keine Trauben.
Das erwartet wohl auch niemand ernsthaft.
Aber Triebe sind zu sehen.
Das Leben regt sich.
Es wächst heran und reif.

Jauchzt Gott, lobsingt zur Ehre seines Namens.
Sprecht zu Gott: „Wie wunderbar sind deine Werke!“

Mit Gott verbunden bleiben und Frucht bringen -
beides gehört für Jesus zusammen.
Das eine macht das andere möglich.
Mögliche Früchte fallen uns schnell ein.

Beispiele dafür zeigt auch das Diakonie-Fenster in der Durlacher Stadtkirche:

Im Dienst der Liebe sind Menschen für andere da:
Sie kaufen ein für Angehörige der Risikogruppe.
Sie betreuen die Kinder von Alleinerziehenden.
Sie pflegen Kranke oder beten mit ihnen.
Sie begleiten Sterbende auf ihrem letzten Weg.
Diakonie – der Dienst der Liebe bringt reiche Frucht.

Beim Blick auf das Fenster daneben finde ich auch eine Antwort auf die Frage,
wie ich mir das mit dem verbunden bleiben vorstellen kann.

Dieses mittlere Fenster der Stadtkirche trägt den Namen „Jubilate-Fenster“ -
wie dieser Sonntag.

Das Fensterbild nimmt Bezug
auf die Geschichte von der Verklärung:
Jesus steigt auf einen Berg.
Dort werden seine Kleider leuchtend hell;
er wird „verklärt“.
Dann erscheinen Elia und Mose.
„Und sie redeten mit Jesus“ (Mk 9,2-4).

Auf dem Fenster sieht man die drei:

Mose hat die Tafeln mit den Zehn Geboten in der Hand
und Elia eine Schriftrolle.
Die beiden sind miteinander verbunden
im Gespräch über Gottes Wort.
Sie tauschen sich aus.
Sie suchen nach der richtigen Auslegung:
Wie sieht das Leben nach Gottes Willen aus?
Was ist der richtige Weg?
Was hat Gott mit uns vor -
mit seiner Schöpfung?
mit seinem Volk?
mit dir und mit mir?
Im Hintergrund steht Jesus.
Er verbindet den Himmel Gottes mit der Welt der Menschen.

Die Verbindung mit Gott besteht schon.
Die hat er selbst hergestellt:
Er hat Dich bei Deinem Namen gerufen.
Du gehörst zu ihm.
Er kennt Dich.
Mit Gott verbunden bleiben wir,
indem wir miteinander im Gespräch bleiben über das,
was uns trägt:
Über die Worte der Bibel;
über Gottes Gebote
und vor allem immer wieder über seine Liebeserklärung
an die Menschen und an seine ganze Schöpfung.

Mit Gott verbunden bleiben wir,
indem wir miteinander im Gespräch bleiben über das,
was er uns zu sagen hat.
Das kann ich nicht für mich alleine im stillen Kämmerlein.
Da verdorre ich früher oder später
wie eine abgeschnittene Rebe.
Deshalb freue ich mich über alle Möglichkeiten des Austauschs
(das Predigtvorgespräch per Videokonferenz).
Deshalb freue ich mich von Woche zu Woche mehr auf den Tag,
an dem wir wieder miteinander
in der Kirche Gottesdienste feiern können.
Das wird noch eine ganze Weile anders sein,
als wir das gewohnt waren.
Wir werden nur so jauchzen,
dass die Tröpfchen unter Kontrolle bleiben.
Gemeinsames Singen wird bis auf weiteres nicht möglich sein.
Wir werden Abstand halten
und dafür wohl auch die Anzahl begrenzen müssen.
Das gebietet die Nächstenliebe.
Aber wir werden uns – mit/trotz Mund-Nasen-Bedeckung -
in die Augen schauen können
und dabei die Verbundenheit wieder leibhaftig spüren:
Wir sind Reben an dem einen Weinstock,
den Gott gepflanzt hat,
damit wir leben.

Jauchzt Gott, lobsingt zur Ehre seines Namens.
Sprecht zu Gott: „Wie wunderbar sind deine Werke!“

Gott schenkt Leben –
in jedem Frühjahr,
an jeden Morgen,
aber auch unerwartet mitten im Alltag,
mitten im Grau der Sorge und der Traurigkeit.
Manchmal fühlt sich das Leben öde und kahl an.
Da ist von der Lebenskraft wenig zu merken.
Aber sie fließt auch dann im Verborgenen.
Suche das Leben auch an den Orten,
an denen Du nicht damit rechnest.
Nimm das Leben an, das Gott dir schenkt.
Lass diesem Leben Zeit, damit es sich entfalten kann.

Und vertrau darauf - Gott hält sein Wort:
Wer mit mir verbunden bleibt so wie ich mit ihm,
bringt reiche Frucht.
Amen.

Lied EG 406, 1.2.6 „Bei dir, Jesu, will ich bleiben“

1. Bei dir, Jesu, will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn;
nichts soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gehen.
Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft,
wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft.

2. Könnt ich's irgend besser haben als bei dir, der allezeit
soviel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit?
Könnt ich je getroster werden als bei dir, Herr Jesu Christ,
dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist?

6. Bleib mir dann zur Seite stehen, graut mir vor dem kalten Tod
als dem kühlen, scharfen Wehen vor dem Himmelsmorgenrot.
Wird mein Auge dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist,
dass ich fröhlich zieh hinüber, wie man nach der Heimat reist.

Fürbittgebet und Vaterunser

Vater unser im Himmel;
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme. Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.

Lied EG 501 „Wie lieblich ist der Maien“

1. Wie lieblich ist der Maien aus lauter Gottesgüt,
des sich die Menschen freuen, weil alles grünt und blüht.
Die Tier sieht man jetzt springen mit Lust auf grüner Weid,
die Vöglein hört man singen, die loben Gott mit Freud.

2. Herr, dir sei Lob und Ehre für solche Gaben dein!
Die Blüt zur Frucht vermehre, lass sie ersprießlich sein.
Es steht in deinen Händen, dein Macht und Güt ist groß;
drum wollst du von uns wenden Mehltau, Frost, Reif und Schloss.

3. Herr, lass die Sonne blicken ins finstre Herze mein,
damit sich's möge schicken, fröhlich im Geist zu sein,
die größte Lust zu haben allein an deinem Wort,
das mich im Kreuz kann laben und weist des Himmels Pfort.

Hinweise

Am kommenden Sonntag, 10. Mai, Cantate, gibt es wieder einen Audio-Gottesdienst dann mit Pfarrer Johannes Kurz,
für Frühaufsteher schon ab 0:00 Uhr.

Vielleicht können wir auch einen Gottesdienst in einer Kirche feiern. Darüber informieren wir Sie dann auf der Internetseite
www.stadtkirche-durlach.de

Herzlichen Dank an Johann Christoph Haake und Otto Eggenberger. Ohne die Mitarbeit der beiden könnten Sie diesen Audio-Gottesdienst gar nicht hören.

Segen
Nachspiel: Georg Friedrich Händel: „Allegro II“ aus der Sonate in F-Dur
Glockengeläut
Wird über ein Bild
gesprochen, ist es
hier zu sehen.