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Erscheinungsdatum: 05.02.2026 13:51:57

Kretschmann: "Ich bete immer in Gemeinschaft"

Winfried Kretschmann tritt als Ministerpräsident ab. (epd-bild/Gerhard Baeuerle)
"Ich bete immer in Gemeinschaft, wie beim Chor", sagt Winfried Kretschmann.

Hamburg (epd). Winfried Kretschmann bevorzugt das Beten zusammen mit anderen Menschen. „Ich bete immer in Gemeinschaft, wie beim Chor“, sagte der baden-württembergische Ministerpräsident der „Zeit“ für die aktuelle Ausgabe vom Donnerstag.

Beim Vaterunser falte er die Hände. „Das ist ja das eigentliche Glaubensbekenntnis der Christen und nicht die offiziellen Glaubensbekenntnisse, die eigentlich Häresien abwehren sollen“, sagte der 77 Jahre alte Katholik, der sich nach der Landtagswahl am 8. März als Regierungschef zurückziehen will.

Äbtissin in Maria Laach gab wichtigen Hinweis

Der Grünen-Politiker berichtete, er habe gelernt, nicht das Bitten ins Zentrum von Gebeten zu stellen: „Ich war oft in Maria Laach bei mehrtägigen Exerzitien. Da hatten wir mal eine Äbtissin, die hat uns klargemacht, dass wir falsch beten: Wir wollen immer etwas von Gott, aber zuerst will Gott etwas von uns.“

Erscheinungsdatum: 05.02.2026 11:19:10

Mehr katholische Geistliche im Jahr 2025 getötet

Kette mit Kruzifix (epd-bild/Paul-Philipp Braun)
Das katholische Hilfswerk "Kirche in Not" beklagt, dass im vergangenen Jahr weltweit mehr Geistliche getötet wurden.

München (epd). Weltweit sind 2025 mehr katholische Geistliche getötet worden als im Vorjahr. Wie das katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ am Donnerstag in München mitteilte, kamen 19 Geistliche gewaltsam ums Leben, darunter 15 Priester, 2 Seminaristen und 2 Ordensschwestern. 2024 waren es 13 Todesopfer.

„Die Schicksale der ermordeten und entführten Geistlichen sind jedes Jahr bedrückend. Wir können uns oft gar nicht vorstellen, was Christen in anderen Ländern durchmachen“, sagte der Geschäftsführer von „Kirche in Not“ Deutschland, Florian Ripka. Viele der Tötungen standen laut der Organisation im Zusammenhang mit bewaffneten Konflikten, Entführungen und allgemeiner Gewalt, unter anderem in Nigeria, Äthiopien, Sudan und Myanmar. Weitere Geistliche wurden bei Überfällen oder Angriffen etwa in den USA, Mexiko, Kenia und Haiti getötet.

Zahl der inhaftierten Geistlichen gesunken

Zugleich ging die Zahl inhaftierter Priester und Ordensleute zurück: Waren 2024 noch 71 Geistliche in Haft, zählte „Kirche in Not“ für 2025 noch 28 Fälle. Hintergrund seien unter anderem Freilassungen in Nicaragua. In China habe die Zahl der Festnahmen hingegen zugenommen. Die rückläufigen Zahlen bei inhaftierten Priestern und Ordensleuten zeigten, öffentliche Aufmerksamkeit und Druck seien hilfreich, sagte Ripka.

Entführungen seien weiterhin ein Problem, teilte die Organisation mit. 38 Priester und Ordensleute wurden 2025 verschleppt, davon 24 in Nigeria.

Erscheinungsdatum: 04.02.2026 17:59:43

Evangelische Fastenaktion wirbt für sieben Wochen ohne Härte

Material der Fasteninitiative "7 Wochen Ohne" für 2026 (epd-bild/Heike Lyding)
Die Fastenaktion "7 Wochen Ohne" der evangelischen Kirche lädt von Aschermittwoch bis Ostern zu mehr Mitgefühl mit sich selbst und anderen ein. Die besondere Zeit soll helfen, inneren Ballast abzuwerfen und sich selbst und anderen neu zu begegnen.

Frankfurt a.M. (epd). Unter dem Motto „Mit Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte“ beginnt am Aschermittwoch die diesjährige evangelische Fastenaktion „7 Wochen Ohne“. Die Kampagne zwischen dem 18. Februar und Ostermontag am 6. April lade dazu ein, bewusst auf Härte im Umgang miteinander zu verzichten, erklärte der hannoversche Landesbischof Ralf Meister als Botschafter der Aktion. Zahllose Menschen erlebten Unbarmherzigkeit und Gewalt an Leib und Seele. „Wir selbst legen oft eiserne Panzer an, um uns zu schützen“, sagte er. Doch Anteilnahme, ein mitfühlender Blick, ein erlösendes Wort könnten befreiend sein.

In der Fasten- oder Passionszeit erinnern Christen an das Leiden und Sterben Jesu Christi und bereiten sich auf Ostern vor, auf die Botschaft von der Auferstehung. In dieser Zeit verzichten viele Menschen traditionell ganz bewusst auf liebgewonnene Genussmittel wie Schokolade, Alkohol oder Fleisch, um den Alltag zu unterbrechen. Sie nutzen diese Wochen, um zur Ruhe zu kommen und dem eigenen Leben eine neue Richtung zu geben.

Vorbereitung auf Ostern

Seit mehr als 40 Jahren lassen sich zudem Millionen Menschen von der evangelischen Fastenaktion „7 Wochen Ohne“ anregen, die Routinen des Alltags zu hinterfragen. Sie wollen eine neue Perspektive einnehmen und mehr Sinn im Leben erfahren. Ein Fastenkalender und Begleitmaterial bieten dazu Denkanstöße in Text und Bild.

Der Eröffnungsgottesdienst der Aktion wird am 22. Februar um 9 Uhr in der St.-Albani-Kirche in Göttingen gefeiert und live im ZDF übertragen. Teilnehmende von „7 Wochen Ohne“ können sich zu Fastengruppen zusammenschließen oder den Aktionskalender nutzen. Die Fastenaktion wurde 1983 gegründet. Ein mit Theologen und Medien-Experten besetztes Kuratorium bestimmt alljährlich nach Aschermittwoch das Motto für das Folgejahr. „7 Wochen Ohne“ gehört zum Netzwerk des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik in Frankfurt am Main.

Erscheinungsdatum: 04.02.2026 15:11:39

Kirchen mit Seelsorgeteam bei Winterspielen 2026 vor Ort

Pastor Christian Bode (Archivbild) (epd-bild/Detlef Heese)
Siege feiern, Niederlagen aushalten, Ansprechpartner in Notfällen: Während der Olympischen Winterspiele und der Paralympics in Italien ist ein ökumenisches Seelsorgeteam für die deutsche Mannschaft im Einsatz.

Hannover, Bonn (epd). Während der Olympischen Winterspiele und der Paralympics in Italien bieten die beiden großen Kirchen in Deutschland seelsorgerische Unterstützung für das deutsche Team an. Wie die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die katholische Deutsche Bischofskonferenz am Mittwoch mitteilten, begleiten die katholische Sport- und Olympiaseelsorgerin Elisabeth Keilmann, der evangelische Olympia-Pfarrer Thomas Weber und der evangelische Paralympics-Pfarrer Christian Bode Sportlerinnen und Sportler, das weitere Team sowie Mitarbeitende und Angehörige.

Die Olympischen Winterspiele finden vom 6. bis 22. Februar und die Paralympischen Winterspiele vom 6. bis 15. März in Mailand und Cortina d'Ampezzo sowie an weiteren Orten in Italien statt. Ein Gespräch mit Seelsorgern könne entlastend wirken, erklärte der Passauer Bischof Stefan Oster, in der Bischofskonferenz für das Thema Sport zuständig. Laut dem EKD-Sportbeauftragten und rheinischen Präses Thorsten Latzel ist es den christlichen Kirchen wichtig, „mit unseren erfahrenen Olympia-Seelsorgern und Seelsorgerinnen Halt, Gespräche und Segen vor Ort zu geben“.

App mit geistlichen Impulsen

Hauptanliegen sei es, für die Menschen in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen da zu sein, erklärtem EKD und DBK in ihrer gemeinsamen Mitteilung: „Dabei steht nicht nur im Fokus, Niederlagen mit auszuhalten und auch in Notfällen ansprechbar zu sein, sondern auch Siege mitzufeiern und sich gemeinsam über die großartigen sportlichen Erfolge zu freuen.“

Zusätzlich zu den seelsorgerischen Angeboten seien Gottesdienste und Auszeiten geplant, die helfen sollen, zur Ruhe zu kommen und neue Kraft zu schöpfen. Alle Teammitglieder erhielten täglich einen geistlichen Impuls über die Team-App. Zentrale Herausforderung bei den Winterspielen Milano Cortina 2026 werde die räumliche Verteilung der Wettkampforte und die Anbindung an die jeweiligen olympischen und paralympischen Dörfer sein, hieß es.

Erscheinungsdatum: 04.02.2026 14:49:52

Sprecherin evangelischer Missbrauchsbetroffener tritt zurück

Nancy Janz (Archivbild) (epd-bild/Paul-Philipp Braun)
Im Gremium für die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche gibt es wieder eine personelle Veränderung: Betroffenensprecherin Nancy Janz zieht sich zurück - auch weil sie Fortschritte vermisst. Die Kirche reagiert mit Bedauern.

Von Corinna Buschow und Franziska Hein (epd)

Frankfurt a.M. (epd). Die Sprecherin der evangelischen Betroffenenvertretung, Nancy Janz, tritt zurück. In einer am Mittwoch verbreiteten persönlichen Erklärung heißt es, ihre Entscheidung sei „Ergebnis einer intensiven Zeit und anhaltendem hohen Engagement“ als Sprecherin der Betroffenen im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Diakonie, das auch über persönliche Grenzen hinausgegangen sei. Zugleich übte sie Kritik an mangelnden Fortschritten bei der Aufarbeitung und Prävention von Missbrauch in der Kirche. Die Sprecherin der kirchlichen Beauftragten im Beteiligungsforum, Dorothee Wüst, bedauerte Janz' Entscheidung.

Mit Janz verliert das Beteiligungsforum innerhalb kurzer Zeit seine zweite prominente Stimme. Bereits im Herbst hatte Detlev Zander sein Sprecheramt niedergelegt und ebenfalls Defizite bei der Aufarbeitung kritisiert. Seitdem war Janz alleinige Sprecherin der Betroffenen. Sie will für eine Übergangsphase noch im Gremium bleiben, sich dann aber anders als Zander vollständig zurückziehen.

Janz: Oft kaum spürbare Fortschritte

Janz bemängelte in einem Interview mit dem evangelischen Magazin „chrismon“, dass Beschlüsse des Beteiligungsforums nicht in allen 20 evangelischen Landeskirchen und Diakonie-Landesverbänden umgesetzt werden. „Wir sprechen seit Jahren über dieselben Fragen, und dennoch gibt es an vielen Stellen kaum spürbaren Fortschritt für betroffene Personen. Das tut weh“, sagte sie. „Ich habe oft das Gefühl, dass wir auf landeskirchlicher Ebene oder in diakonischen Verbänden als Alibi genutzt werden, weil man dann sagen kann: Es waren ja Betroffene an der Entscheidung beteiligt.“ Ihr Eindruck sei, dass bei einigen der Wille fehle, Verantwortung zu übernehmen und Haltung zu zeigen.

Die pfälzische Kirchenpräsidentin Wüst erklärte laut Mitteilung der EKD, man nehme die Kritik von Janz ernst. Man verstehe dies als klaren Auftrag, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen.

Die evangelische Missbrauchsstudie, die vor zwei Jahren veröffentlicht wurde, zeigte gravierende Mängel im Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt und Betroffenen auf. Die Forscher attestierten Kirche und Diakonie „Verantwortungsdiffusion“, Harmoniezwang und fehlende Zuständigkeiten, die Aufklärung und Aufarbeitung verhindert hätten. Oftmals habe die Kirche Betroffene im Stich gelassen.

Janz war seit Gründung des Beteiligungsforums Sexualisierte Gewalt im Jahr 2022 gemeinsam mit Zander Stimme der Betroffenen. Sie ist zudem Leiterin der Fachstelle sexualisierte Gewalt in der bremischen Landeskirche, was sie auch bleibt. Ursprünglich waren neun Betroffene Mitglieder im Beteiligungsforum, nach mehreren Rücktritten waren es zuletzt sechs aktive Mitglieder. Die Vertreter der Kirche und Diakonie sind derzeit mit neun Beauftragten vertreten.

System für Anerkennungsleistungen nicht einheitlich

Das Beteiligungsforum ist das zentrale Gremium der evangelischen Kirche und ihres Sozialverbandes Diakonie, in dem über die Aufarbeitung und Prävention von sexualisierter Gewalt gesprochen wird. Dort wurde zwischen Betroffenen und Vertretern der Institutionen zuletzt etwa verhandelt, nach welchem Verfahren und in welcher Höhe Missbrauchsbetroffene Ausgleichszahlungen von Kirche und Diakonie erhalten sollen. Die Richtlinie ist aber noch nicht flächendeckend umgesetzt.

Janz sprach im Interview mit „chrismon“ auch Spannungen unter den Betroffenenvertretern im Beteiligungsforum an. Es sei nicht gelungen, diese Konflikte zu lösen. Dazu sagte Detlev Zander dem epd, den anstehenden Übergang verstehe er als „notwendigen Moment der Klärung“. Ziel sei es, die Betroffenenvertretung künftig so aufzustellen, dass Rollen eindeutig definiert seien und Konflikte fachlich bearbeitet werden könnten.

Erscheinungsdatum: 03.02.2026 14:27:55

Gustav-Adolf-Werk erinnert an 175 Jahre Frauenarbeit

Das Gustav-Adolf-Werk erinnert an 175 Jahre evangelische Frauenarbeit. Was 1851 als Initiative engagierter Christinnen begann, gilt heute als älteste Frauenarbeit der evangelischen Kirche.

Leipzig (epd). Das Gustav-Adolf-Werk (GAW) hat an seine vor 175 Jahren gegründete Frauenarbeit erinnert. Damit sei sie die älteste evangelische Frauenarbeit in Deutschland, erklärte das für protestantische Minderheitskirchen in aller Welt tätige Hilfswerk am Dienstag in Leipzig. Dieses besondere Jubiläum soll mit einer neuen Projektsammlung für Fraueninitiativen in Brasilien unterstützt werden.

Inge Rühl, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Frauenarbeit im Gustav-Adolf-Werk, würdigte die Anfänge im Jahr 1851: „Welch ein mutiges Vorgehen von Frauen in einer damaligen Männerwelt!“ Als 1832 das Gustav-Adolf-Werk gegründet wurde, waren Frauen als Mitglieder nicht vorgesehen, hieß es weiter. Erst am 21. November 1851 entstand in Berlin der erste Gustav-Adolf-Frauenverein. Heute ist die Arbeitsgemeinschaft der Frauenarbeit den Angaben zufolge ein selbstständiger Teil des ältesten evangelischen Hilfswerks in Deutschland.

Das Gustav-Adolf-Werk tritt für Religionsfreiheit ein. Es hilft religiösen Minderheiten in 40 Ländern der Welt. Partner sind laut GAW 50 protestantische - lutherische, reformierte, unierte - Minderheitskirchen in Europa, Lateinamerika und Asien. Das GAW hilft seinen Partnerkirchen beim Gemeindeaufbau, bei sozialdiakonischen und missionarischen Aufgaben sowie bei der Aus- und Weiterbildung von kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das Werk trägt den Namen des schwedischen Königs Gustav II. Adolf (1594-1632), der sich im Dreißigjährigen Krieg für den evangelischen Glauben einsetzte.

Erscheinungsdatum: 03.02.2026 12:35:47

Kirche will Ehrenamtliche gegen Antisemitismus sensibilisieren

Studienleiterin Annegreth Schilling (epd-bild/Evangelische Akademie/Christof Jakob)
Antisemitische Vorstellungen stecken tief in der christlich-europäischen Kultur. Die Evangelische Akademie Frankfurt will Multiplikatoren für eine Sensibilisierung schulen.

epd-Gespräch: Jens Bayer-Gimm

Frankfurt a.M. (epd). Die Kirchen müssen bei der Bekämpfung des Antisemitismus nach den Worten der Studienleiterin der Evangelischen Akademie Frankfurt am Main, Annegreth Schilling, bei sich selbst anfangen. „Das Christentum hat in der Geschichte maßgeblich zur Etablierung des Antisemitismus beigetragen“, sagte die Theologin in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Auch der zeitgenössische Antisemitismus heute trage „christliche Signaturen“. So werde die Verleumdung von Juden im Mittelalter, sie ermordeten christliche Kinder, auf Pro-Palästina-Demonstrationen mit dem Ruf „Kindermörder Israel“ aktualisiert fortgesetzt.

Die Evangelische Akademie Frankfurt wolle Interessierte als Botschafter gegen Antisemitismus gewinnen, erklärte die Studienleiterin. Das Mittel dafür sei der gesetzlich gewährte Bildungsurlaub. Die Akademie bereite ein bisher beispielloses Angebot vor: Die bis zu 20 Teilnehmer eines Kurses lernten, ausgehend von persönlichen Erfahrungen, „antisemitische Codes zu dechiffrieren“. Anschließend sollten sie angeregt werden, in ihrem Umfeld Projekte gegen Antisemitismus anzustoßen. Das könnte ein Vortrag über die antijüdischen Stellen in den Evangelien vor der Aufführung einer Passionsmusik sein, eine Putzaktion von „Stolpersteinen“ zur Erinnerung an NS-Opfer oder die Einladung von Juden in eine Veranstaltung.

„Jesus war Jude“

Christen müssten anerkennen, dass Jesus Jude war - „das verändert alles“, sagte Schilling. Die Akademie strebe an, Engagierte in Kirchen, Gewerkschaften, Vereinen oder Kommunalverwaltungen als Multiplikatoren zu gewinnen. Wenn das Konzept des fünftägigen Bildungsurlaubs über fünf Tage im Sommer genehmigt werde, könnten sich Interessenten ab Herbst bewerben.

Der erste Kurs soll Schilling zufolge im März 2027 stattfinden. Das Land Hessen fördere das Projekt bis 2029 mit 47.000 Euro und werde die Kurskosten der Teilnehmer übernehmen. Die Akademie strebe an, die von den Kursen angestoßenen Projekte öffentlich vorzustellen.

Erscheinungsdatum: 03.02.2026 12:34:57

Präses Latzel: Vermögen muss stärker zur sozialen Sicherung beitragen

Thorsten Latzel (epd-bild/Paul-Philipp Braun)
Unternehmen und Kirchen stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Sie müssen grundlegende Umbrüche gestalten. In einer Diskussion geben Spitzenvertreter beider Bereiche unterschiedliche Antworten auf die Frage, was der Sozialstaat braucht.

Düsseldorf (epd). Der rheinische Präses Thorsten Latzel fordert eine gerechtere Verteilung von Reichtum. Vermögen sei europaweit nirgends so ungleich verteilt wie in Deutschland, sagte der leitende Theologe der Evangelischen Kirche im Rheinland am Montagabend bei einer Veranstaltung von Unternehmensverbänden in Düsseldorf. Die Gesellschaft drifte auseinander, Arme würden immer ärmer und Reiche immer reicher. Menschen und Unternehmen mit hohen Vermögen müssten daher einen wesentlichen Beitrag zur sozialen Sicherung leisten, betonte Latzel in einer Diskussion über nötige Umbrüche in Unternehmen und Kirchen. Er verwies auf den im Grundgesetz verankerten Grundsatz „Eigentum verpflichtet“.

Der nordrhein-westfälische Arbeitgeberpräsident Arndt Kirchhoff verlangte dagegen einen „grundlegenden Mentalitätswandel“ zu mehr Eigenverantwortung. „Wandel ist nur mit Leistung zu stemmen“, sagte der 71-jährige Chef der NRW-Landesvereinigung der Unternehmensverbände. Staatliche Sozialleistungen dürften nur Menschen erhalten, „die in Not sind“. Sonst würden Anreize gesetzt, nicht zu arbeiten und stattdessen solche Leistungen zu kassieren: Menschen wollten „aus dem System etwas herausholen“. In Deutschland müsse eine Leistungs- statt einer Neiddebatte geführt werden. Von Kirchen und Staat erwarte er, dass sie dies den Menschen erklären.

Soziale Verantwortung und demokratische Kräfte stärken

Latzel betonte indes, es gehe nicht um Neid, sondern um soziale Teilhabe. Er habe Hochachtung vor Unternehmen, die soziale Verantwortung übernehmen und Arbeitsplätze sichern. Lernen kann Kirche laut Latzel von unternehmerischem Geist in den Betrieben. Umgekehrt könne die Bibel ein „ethisches Leitbuch“ auch für Führungsverantwortung in Unternehmen sein. Aus christlicher Sicht hätten letztlich „alle sozialen Teilbereiche die Aufgabe, der Würde des Menschen zu dienen“.

Erscheinungsdatum: 02.02.2026 13:55:41

Katholische Bischöfe wählen Ende Februar neuen Vorsitzenden

Vollversammlung der Bischofskonferenz (Archivbild) (epd-bild/Tim Wegner)
Die Bischofskonferenz wählt Ende Februar einen Nachfolger für Georg Bätzing. Weitere Themen werden ein neues synodales Gremium sein sowie der christlich-muslimische Dialog.

Bonn (epd). Die katholischen Bischöfe wählen Ende Februar einen Nachfolger für den aktuellen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing. Wie die Bischofskonferenz am Montag in Bonn mitteilte, trifft sich die Vollversammlung der Bischöfe vom 23. bis 26. Februar in Würzburg. Der neugewählte Vorsitzende soll bereits am 24. Februar der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass der Limburger Bischof Bätzing bei der turnusmäßigen Wahl nicht erneut für den Vorsitz kandidiert. Sechs Jahre stand er der Konferenz vor.

Abstimmung über Satzung

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz ist eine Art Sprecher der deutschen Bischöfe. Er moderiert die Vollversammlung der Bischöfe, die zweimal im Jahr zusammentritt, und vertritt Positionen der Bischofskonferenz nach außen.

Wie die Bischofskonferenz weiter mitteilte, wird sich die Vollversammlung mit der letzten Synodalversammlung befassen, die am Wochenende in Stuttgart zu Ende gegangen war. Die Bischöfe müssen der Satzung für ein neues synodales Gremium, in dem Laien und Kleriker gemeinsam beraten, noch zustimmen. Zudem wollen sich die Bischöfe mit dem christlich-muslimischen Dialog beschäftigen.

Erscheinungsdatum: 02.02.2026 11:02:54

Ukraine: Christliche Gemeinschaft erinnert an Kriegsentbehrungen

Gräber gefallener Soldaten in Mikolajew (Archivbild) (epd-bild/Jan Dirk Herbermann)
Seit vier Jahren dauert der russische Angriffskrieg in der Ukraine an, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen ruft anlässlich des Jahrestages zum Friedensgebet auf.

Frankfurt a.M. (epd). Vier Jahre nach Beginn des Ukraine-Krieges hat die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) an das anhaltende Leid der Ukrainerinnen und Ukrainer erinnert und zugleich die Verantwortung der Kirchen betont, die Hoffnung auf Frieden wachzuhalten. Zum Jahrestag des russischen Angriffs am 24. Februar rief die ACK ihre Mitgliedskirchen zu einem gemeinsamen Friedensgebet auf, wie sie am Montag in Frankfurt am Main mitteilte.

Der Vorsitzende der ACK, Christopher Easthill, bezeichnete den 24. Februar als „tieftraurigen Jahrestag“. Man stehe solidarisch an der Seite der ukrainischen Kirchen und des ukrainischen Volkes. Nach vier Jahren Tod und Leid sei das Gebet für Frieden selbstverständlich. Zugleich müsse das Selbstbestimmungsrecht der Ukraine gewahrt bleiben, die russische Aggression dürfe nicht belohnt werden.

Angriffe auf zivile Infrastruktur

Die Lage in der Ukraine ist angespannt. Gefechte vor allem im Osten des Landes halten an. Zugleich verschärfen wiederholte russische Angriffe auf Energieinfrastruktur und zivile Ziele die humanitäre Lage, weshalb in den Wintermonaten Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer mit Stromausfällen und mangelnder Versorgungslage zu kämpfen haben.

Der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Augoustinos, zeigte sich dankbar für die Unterstützung für viele Geflüchtete aus der Ukraine in Deutschland. Es sei weitgehend gelungen, sich „nicht von dem abscheulichen Krieg anstecken zu lassen“.

„Nie dagewesene Misere“

Augoustinos sagte, für die orthodoxe Kirche sei der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine eine „nie dagewesene Misere“. Der Krieg hat die orthodoxe Kirche in der Ukraine tief gespalten. Die ohnehin angespannte Beziehung zwischen der unabhängigen Orthodoxen Kirche der Ukraine und der mit Moskau verbundenen Ukrainisch-Orthodoxen Kirche ist politisch aufgeladen. Zugleich stehen orthodoxe Gläubige unter starkem gesellschaftlichem Druck, sich vom Moskauer Patriarchat zu distanzieren, weil dieses den Krieg offen unterstützt.

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