In der Evangelischen Landeskirche in Baden leiten die gewählten Kirchenältesten zusammen mit der Gemeindepfarrerin bzw. dem Gemeindepfarrer die Gemeinde. Die Kirchenältesten werden alle sechs Jahre von den Gemeindegliedern unserer Pfarrgemeinde gewählt.
Matthias Bratzler, Achim Meister, Susanne Nagel (Vorsitzende), Christina Parkin, Mike Reichenbacher, Dr. Mathias Weis und Sven-Erik Wulf wurden am 30. November 2025 zu Kirchenältesten gewählt. Dr. Daniel Meier wurde am 13.01.2026 vom Ältestenkreis hinzugewählt.
Die neuen Kirchenältesten wurden am 1. März 2026 in ihr Amt eingeführt.
Pfarrer Thomas Abraham und Pfarrerin Susanne Erlecke sind kraft Amtes Mitglieder des Ältestenkreises.
Der Ältestenkreis der Stadtkirchen-Gemeinde Durlach im März 2026 (Foto: Bratzler):

Berichte
März 2026
Viel wird derzeit in kirchlichen Gremien über die Zukunft der Kirche diskutiert. Oft stehen dabei strukturelle Fragen im Vordergrund: Mit wie vielen Menschen schaffen wir es und an welchen Orten gelingt es uns, dem kirchlichen Auftrag auch angesichts schwindender finanzieller Mittel gerecht zu werden? Manchmal kommen dabei die inhaltlichen Fragen zu kurz: Was bedeutet es konkret, als Christinnen und Christen Verantwortung für das kirchliche Leben vor Ort zu übernehmen. Und: Wie schaffen wir es, einladende Gemeinde auch für jene Menschen zu sein, die nicht zur so genannten „Kerngemeinde“ gehören, sondern in einer zu akzeptierenden Distanz nur gelegentlich kirchliche Angebote in Anspruch nehmen? Genug Stoff zum Nachdenken also für die erste Klausur des neuen Ältestenkreises der Stadtkirchengemeinde Durlach.
Was treibt uns an und was wollen wir anderen Menschen in kirchlichen Räumen ermöglichen? Das Flipchart im Gemeindehaus füllt sich am Samstag in der Frühe schnell: Lebensfragen reflektieren – Sinn stiften – Horizont erweitern. Die großen Fragen des Lebens in einer angemessenen Mischung aus Ernst und Leichtigkeit angehen. Orte für Trost und Trauer bieten. Möglichkeiten schaffen, einzutauchen in die Glaubenswelt, unterstützt nicht zuletzt durch die vielfältigen Formen der Kirchenmusik. Aber auch: In die Gesellschaft hineinwirken und christliche Werte in Worten und Taten vermitteln. Eben nicht nur als Kirche für sich selbst handeln, sondern auch für andere da sein.
Für die erstmalig in der Runde Vertretenen ist es angenehm zu spüren: Hier herrscht Offenheit für Neues und es kommt nicht das Gefühl auf, dass das Bestehende dadurch in Frage gestellt wird. Zum Beispiel der Gottesdienst in traditioneller Liturgie durch die Idee eines Literaturgottesdienstes. Es gibt noch weitere Ideen, die vielleicht schon in diesem Jahr angepackt werden könnten: Die Stadtkirche als öffentlichen und sakralen Raum aufwerten und zugleich das Gemeindeleben transparenter machen – durch neue Auslageflächen, durch die Möglichkeit, eine Kerze in der Stille anzuzünden und durch die Sichtbarmachung der neu Getauften mittels „Taufnetz“ im Seitenschiff. Oder wie wäre es, die „Einstimmung in den Advent“ in diesem Jahr nicht nur auf dem Turmberg, sondern an den anderen Adventswochenenden auch an anderen Orten der „Kooperationsregion Ost“ zu feiern? Für den 18.4. ist wieder ein „4-Gänge-Menü“ angesetzt – zum ersten Mal mit den Bergdörfern. Die anstehende Rezertifizierung des „Grünen Gockels“ steht für den kirchlichen Auftrag der Bewahrung der Schöpfung. Und für die Neuzugezogenen soll eine Glockenführung angeboten werden.
Dass aber auch die bisherigen Angebote von den Durlacherinnen und Durlachern positiv aufgenommen werden, zeigt die Bilanz, die wenige Tage später in der jährlichen Sitzung des Gemeindebeirates gezogen wird. So versammelten sich jüngst an die hundert Menschen zwischen 4 und 91 Jahren beim Gottesdienst um halb zwölf und ließen es sich im Anschluss daran beim gemeinsamen Mittagessen schmecken. Ein positives Bild kirchlicher Wirksamkeit zeigte auch das „Durlacher Blatt“ in seinem Bericht über die Zigaretten-Stummel-Sammelaktion der Konfis trotz schlechten Wetters.
Weitere Schlaglichter aus dem Gemeindeleben: Beim ökumenisch ausgerichteten Friedensgebet am Donnerstag sind auch mehrere Konfis dabei – der Kirchenkaffee wird gerne getrunken – der Besuchsdienst und der Kreis der Kirchenhüter haben Zuwachs bekommen – das „Café Miteinander“ in den Wintermonaten wird gut angenommen – die Sängerinnen und Sänger des Stadtkirchenchors schätzen nicht nur die Musik, sondern auch die intensiven Gespräche nach der Probe – die Kindergärten organisieren spannende Projekte wie einen Besuch am Karlsruher Hauptbahnhof (einschließlich Empfang im Führerstand eines ICE) oder im Bereich des Gewaltschutzes – zum viermal jährlich stattfindenden Kinderbibeltag durften die Kinder jüngst ihre Kuscheltiere mitbringen und die Durlacher Singschule hat mittlerweile einen so großen Zulauf bekommen, dass es kurzzeitig zum Aufnahmestopp gekommen ist. Einziger Wermutstropfen: Bisweilen macht die ausbaufähige Disziplin der Kinder die Chorleitung zu einer Herausforderung.
Was Sorgen bereitet, ist vor allem die zurückgehende Zahl an Taufen und Trauungen. Es ist eben auch in Durlach alles andere als selbstverständlich, dass Eltern ihr Kind oder ihre Ehe bewusst unter den Segen Gottes stellen. Die Gemeinde beteiligt sich daher an der bundesweiten Aktion „Einfach heiraten“ am 20.6. und in der künftigen Arbeit werden sich die Pfarrerinnen und Pfarrer der Region gezielt damit beschäftigen, wie die „Taufquote“ erhöht werden kann. Ideen sind herzlich willkommen!
Daniel Meier
